Alle Beiträge von Raimund

“Re-Entry” zur Wiedereinreise.

Re-Entry Permit zur aus- und Wiedereinreise nach Thailand.
Ihr habt ein Thailand-Visum ( Aufenthaltsrecht ) für längere Zeit gemacht. Ihr möchtet aber zwischendurch einen Abstecher zu einem der Nachbarländer machen und verlasst somit Thailand.
Damit das Visum bzw. Aufenthaltsrecht nicht verfällt, ist es zwingend erforderlich bei der Immigration vor der Ausreise über das Formular TM 8 ein „Re-Entry Permit „ zu beantragen.
Solltet Ihr das nicht beantragt haben, so bekommt Ihr nach Wiedereinreise einen Stempel über die obligatorischen 60 Tage Aufenthaltsrecht , die einmal verlängert werden können.

ANTRAG AUF WIEDEREINREISE-ERLAUBNIS ZUR RÜCKKEHR IN DAS KÖNIGREICH (TM.8)
APPLICATION FOR RE-ENTRY PERMIT TO RETURN INTO THE KINGDOM (TM.8)mehr (PDF)

VISA für Thailand

Vorstellung: von der Einreise- bis zur Verlängerungsmöglichkeit für Thailands VISA-Arten.
Der „Wochenblitz“ mit vier wichtigen Themen über VISA-Arten:

1.Ein Leitfaden für Thailands E-Visum

Sie pla­nen Ihre Traum­reise in das Land des Lächelns und fra­gen sich, wie Sie Ihr Visum müh­e­los erhal­ten kön­nen? Suchen Sie nicht weit­er, denn das E‑Visum Thai­land vere­in­facht die Beantra­gung des Visums für Sie.
Sie pla­nen Ihre Traum­reise in das Land des Lächelns und fra­gen sich, wie Sie Ihr Visum müh­e­los erhal­ten kön­nen? Suchen Sie nicht weit­er, denn das E‑Visum Thai­land vere­in­facht die Beantra­gung des Visums für Sie.
Die thailändis­che Regierung hat diese benutzer­fre­undliche Online-Plat­tform einge­führt, die es Besuch­ern ermöglicht, ihr Visum elek­tro­n­isch zu beantra­gen. …
https://www.wochenblitz.com/news/ein-leitfaden-fuer-thailands-e-visum

2. Touristenvisum in Thailand: Ihr ultimativer Leitfaden

Was ist ein Touristenvisum? Ein Touris­ten­vi­sum für Thai­land ist ein offizielles Reise­doku­ment, das die thailändis­che Regierung aus­ländis­chen Staat­sange­höri­gen erteilt, die das Land zu touris­tis­chen Zweck­en für einen bes­timmten Zeitraum besuchen möcht­en. …
https://www.wochenblitz.com/news/touristenvisum-in-thailand-ihr-ultimativer-leitfaden

3. Wie kann ich ein O-Visum für Thailand erhalten?

Thai­land ist ein beliebtes Ziel für Expats, dig­i­tale Nomaden und Rent­ner auf der Suche nach einem neuen Abenteuer. Für einen län­geren Aufen­thalt in Thai­land ist ein Nichtein­wan­derungsvi­sum (O‑Visum) erforder­lich, wobei mehrere Kat­e­gorien zur Auswahl stehen. Eine dieser Kat­e­gorien ist das O‑Visum …
https://www.wochenblitz.com/news/wie-kann-ich-ein-o-visum-fuer-thailand-erhalten

4. Visumverlängerung in Thailand

Die Ver­längerung eines Visums in Thai­land ist ein Ver­fahren, das es aus­ländis­chen Staat­sange­höri­gen ermöglicht, ihren Aufen­thalt im Land über die ursprüngliche Gültigkeits­dauer ihres Visums hin­aus zu ver­längern. Ganz gle­ich …
https://www.wochenblitz.com/news/visumverlaengerung-in-thailand

5. Wie man eine Arbeitserlaubnis in Thailand erhält – Schritt für Schritt Leitfaden

Sie haben also Ihren Traumjob in Thai­land gefun­den, oder vielle­icht spie­len Sie auch nur mit dem Gedanken, Ihre Kof­fer zu pack­en und im Land des Lächelns zu arbeit­en oder ein Unternehmen zu eröffnen. Unab­hängig davon kann es ver­wirrend sein, den Prozess des legalen Arbeit­ens in Thai­land zu ver­ste­hen, beson­ders wenn es darum geht, eine Arbeit­ser­laub­nis zu erhalten. Um Ihnen zu helfen, find­en Sie hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Erhalt ein­er Arbeit­ser­laub­nis in Thailand. … mehr
https://www.wochenblitz.com/news/wie-man-eine-arbeitserlaubnis-in-thailand-erhaelt-schritt-fuer-schritt-leitfaden
30.07.23

90 Tage Meldung wichtig

Langzeitvisum: Bedeutung von Thailands 90-Tage-Berichterstattung – ThailandTIP
BANGKOK. Die 90-Tage Berichterstattung ist eine Anforderung für Ausländer, die sich über einen längeren Zeitraum in Thailand aufhalten. Es ist ein Prozess, bei dem nicht-thailändische Staatsangehörige alle 90 Tage ihre aktuelle Wohnadresse und andere persönliche Informationen an die Einwanderungsbehörde melden müssen.
Die erste Meldung muss man persönlich bei einer Immigration machen. Alle weiteren 90 Tage Meldungen kann man auch jeweils mindestens 10 Tage vor Ablauf online durchführen.
https://thailandtip.info/2023/04/18/langzeitvisum-bedeutung-von-thailands-90-tage-berichterstattung/
Formblatt-TM-4790-Tage online: Royal Thai Immigration
Siam-Info: Anleitung zur Online-90-Tage-Meldung
Aktualisiert am 30.07.24

Schweizer Honorarkonsulat in Pattaya

NEUES Schweizer Honorarkonsulat in Pattaya Wochenblitz/FB CH Botschaft 20.02.23
Pat­taya — Im Zuge der Ver­tiefung der bilat­eralen Beziehun­gen zwis­chen Thai­land und der Schweiz wird ein neues Schweiz­er Hon­o­rarkon­sulat in der östlichen Prov­inz Chon­buri ein­gerichtet. …

Frau Esther Kauf­mann (Foto) Hon­o­rarkon­sulin
Adresse: Das Kon­sulat der Schweiz­erischen Eidgenossen­schaft befind­et sich in 489 / 9 Moo 12, Had Jom­tien Soi 5, Nong Prue sub-dis­trict, Bang Lamung dis­trict, Chon­buri,
Kon­sular­bezirk: Chon­buri, Ray­ong, Chan­thaburi und Trat.

Quelle Wochenblitz / Pattayamail: https://www.wochenblitz.com/news/nach-chiang-mai-und-phuket-wird-ein-neues-schweizer-konsulat-in-jomtien-pattaya-eroeffnet / FB CH Botschaft: … mehr
Redaktion der-farang meldet: Wir werden den Eröffnungstermin bekannt geben… mehr

07.11.2022 Einladung Chiang Mai Honorarkonsulat

Einladung zum Montag, 07.11.2022 – 14:00

Zum Anlass der 160 Jahren Deutsch-Thailändischer Beziehungen laden wir Sie herzlich ein zu einem Vortrag von Herrn Werner Röpke

„Die Geschichte der Eisenbahn in Siam von 1891 bis 1914“

…und der Tunnelbau von Khun Tan durch Emil Eisenhofer. Mit Beginn der Regentschaft König Chulalongkorns begann auch der Eisenbahnbau in Siam, er holte dazu deutsche Ingenieure, die als Staatsangestellte für den Bau verantwortlich waren. Das Tagebuch des Sektionalingenieurs Weiler ist erhalten und beschreibt sehr lebendig Einzelheiten aus dieser Zeit.

RSVP/Anmeldungen per Mail bis 04.11. an: chiang-mai@hk-diplo.de

Chiang Mai Gymkhana Club, 349 Chiang Mai-Lam Phun Rd. (Google Map)

Sprache: Deutsch, Ende ca. 15:30 Uhr

Optional Mittagessen ab 12:30 Uhr
Bitte angeben, wenn Sie am Mittagessen (Karte des Restaurants) teilnehmen wollen, wegen der Reservierung.

Honorarkonsulat Chiang Mai Einladung

Einladung zum 24.10.2022

Ausgebucht – leider keine weiteren Anmeldungen mehr möglich.

Zum Anlass der 160 Jahre Deutsch-Thailändische Beziehungen
laden wir Sie herzlich ein zu einem Vortrag von Herrn Werner Röpke
Herzog Johann Albrecht und der König von Siam.
Eine Zeit- und Weltreise in das Siam von 1883 und 1910
RSVP/Anmeldungen ASAP per mail an chiang-mai@hk-diplo.de

Saen Kham Terrace Restaurant, Vortragsraum
Eintreffen 16:50, Vortragsbeginn: 17:00, Sprache: Deutsch, Ende ca. 19:00 Uhr

Anschließend – Optionale Teilnahme an einem Buffet
u.a. mit der Lieblingssuppe von Chulalongkorn, der Mulligatawny Suppe – einschließlich Soft Drinks Preis von 600 THB – bitte unbedingt angeben, wenn Sie am Buffet teilnehmen wollen.

Versammlungsraum des Saen Kham Terrace Restaurant, 199/163 Baan Nai Fun 2 Mueang Chiang Mai District, Chiang Mai 50100

Aus – und Wiedereinreisegenehmigung

RE-ENTRY PERMIT – bei Ausreise innerhalb der Visagültigkeit.

Sie können auch eine Wiedereinreisegenehmigung bei der Passkontrolle Zone 2, 4. Stock, Flughafen Suvarnabhumi jeden Tag, 24 Stunden am Tag beantragen.

Antragsgebühr

**Einmalig (Single) 1.000 Baht

**Mehrmals (Mehrfach) 3.800 Baht

Telefonnummer der Einwanderungsbehörde 02-1340638 (Zone 2)

ANTRAG AUF WIEDEREINREISE-ERLAUBNIS ZUR RÜCKKEHR IN DAS KÖNIGREICH (TM.8)
APPLICATION FOR RE-ENTRY PERMIT TO RETURN INTO THE KINGDOM (TM.8)mehr (PDF)

Quelle: RB 23.05.22

Immigration „Formulare“

Immigration Division 1 Hier findet man die Antrags-Vordrucke, die sogenannten „TM“

ANTRAG AUF VERLÄNGERUNG DES VORÜBERGEHENDEN AUFENTHALTS IM KÖNIGREICH (TM.7)
APPLICATION FOR EXTENSION OF TEMPORARY STAY IN THE KINGDOM (TM.7)mehr (PDF)

ANTRAG AUF WIEDEREINREISE-ERLAUBNIS ZUR RÜCKKEHR IN DAS KÖNIGREICH (TM.8)
APPLICATION FOR RE-ENTRY PERMIT TO RETURN INTO THE KINGDOM (TM.8)mehr (PDF)

FORMULAR FÜR AUSLÄNDER ZUR BENACHRICHTIGUNG EINES AUFENTHALTS LÄNGER ALS 90 TAGE (TM.47)
FORM FOR ALIEN TO NOTIFY OF STAYING LONGER THAN 90 DAYS (TM.47)mehr (PDF)

MITTEILUNGSFORMULAR FÜR EIGENTÜMER ODER BESITZER DES WOHNSITZES, WO DER AUSLÄNDER SICH AUFHÄLT (TM.30)
NOTIFICATION FORM FOR HOUSE-MASTER, OWNER OR THE POSSESSOR OF THE RESIDENCE WHERE ALIEN HAS STAYED (TM.30)mehr (PDF) (Thai-Ticker Artikel)

Und viele Antrags-Vordrucke mehr z.B. Reisepasswechsel, Meldung über einen gestohlenen Reisepass …
https://bangkok.immigration.go.th/en/downloads_en

Strassenverkehr in Thailand Teil: II

Praxisbericht eines langjährigen Krankenhausmitarbeiters in mehreren Folgen.

Gastbeitrag von Manfred Kluge. Bei einem Verkehrsunfall ist der Farang meistens Schuld, auch wenn der thailändische Unfallgegner halbblind (vor allem bei älteren Fahrern auf dem Land nicht selten), oder wenn er betrunken war und natürlich nicht im Besitz eines Führerscheins. Dies hat sich in den letzten Jahren gebessert, aber immer noch haben 50% aller Motorradfahrer kein gültiges Papier und sehr oft auch keine Versicherung. In der Regel erscheint dann die Polizei, befragt die Beteiligten und erstellt dann einen Unfallbericht, natürlich auf Thai, und lädt dann die Unfallbeteiligten kurze Zeit später auf die örtliche Polizeistation vor, um den Fall zu “regeln”, wie es so schön heisst, und den Farang auffordert -nur der Form halber natürlich!-, dieses Protokoll zu unterschreiben. Abgesehen davon, dass dieses Papier handschriftlich auf Thai verfasst ist, enthält es meist auch eine Notiz des Polizeibeamten über die Schuldfrage. Dabei ist es üblich, dass der Farang immer Schuld hat, wie bereits erwähnt, auch wenn der Unfallgegner sich eindeutig rechtswidrig verhalten und natürlich keinen Führerschein hat. Daher ist hier der gute Rat am Platz: Finger weg, nichts unterschreiben, allenfalls einen Vermerk in Englisch “protocol incorrect, signature refused”, eine Kopie verlangen und damit zu einem Anwalt oder auf das deutsche Konsulat zu gehen zur weiteren Beratung. Meist wird auch der “verständnisvolle” Polizeibeamte vorschlagen, den Fall direkt vor Ort zu regeln zur Begleichung des materiellen und körperlichen Schadens gegen Zahlung einer meist erheblichen Summe in Höhe von mehreren thailändischen Monatsgehältern (ein aktuelles Monatsgehalt beträgt im Mittel 10.000 Baht). Auch hier gilt: keinen Baht zahlen ohne vorherige Beratung mit den kompetenten Stellen und keinesfalls Originaldokumente hinterlegen wie z.B. den Reisepass! Hauptsache ist: höflich bleiben, aber knallhart und unnachgiebig gegenüber allen Überredungsversuchen, man “müsse jetzt aber zahlen und unterschreiben”, so sei das Gesetz.

Damit schliessen wir das Kapitel “Unfälle” ab und kommen zu den normalen Krankheitsfällen, ob nun plötzlich und ungeplant oder längerfristig vorhersehbar. Grundsätzlich gilt hier: ab dem Alter von fünfzig sollte der jährliche Gesundheitscheck eine Selbstverständlichkeit sein. Ganz einfach ausgedrückt: wer bei der Vorsorge spart, zahlt später doppelt, vor allem bei verschleppten oder unentdeckten Krankheiten. Eine Blutdruckmessung, ein Sehtest, ein Blutbild, ein Urintest, eine Stuhlprobe, eine Röntgenaufnahme des Thorax, ein EKG und ggf. eine Ultraschallaufnahme des Abdomens können wichtige Hinweise geben auf sich anbahnendes Unheil. Internationale Hospitäler, hier vor allem das Chiang Mai Ram, bieten noch dazu hilfreiche Dolmetscherdienste in allen möglichen Sprachen an, damit der geneigte Patient das Gespräch mit dem Arzt und die Untersuchungsergebnisse auch genau versteht und die nötigen Schlussfolgerungen daraus ziehen kann – wenn er/sie denn hören will, was leider auch nicht bei allen Patienten der Fall ist.

Aber wie dem auch sei, jeder von uns wird krank, ”cotidie morimur, wir sterben jeden Tag”, wie schon die Römer wussten, und mit zunehmendem Alter treten die berühmten drei Problemkreise auf: DM, HT und DLM sind die Kürzel in der Ärztesprache, also Diabetes, Bluthochdruck und hohe Blutfettwerte, zusammen mit den typischen Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall, die meist als Folge dieser langfristigen Morbiditäten auftreten, jedoch oft nicht ernst genug genommen werden, manchmal aus Furcht, manchmal aus Ignoranz, die Gründe sind verschieden. Dies ist, wohlgemerkt, das Erscheinungsbild bei den sogenannten “westlichen” Patienten, das Bild bei den Thais sieht meist völlig anders aus, denn die thailändischen Patienten warten meist sehr lange, bis sie einen Arzt aufsuchen, in der Regel aus Geldmangel; viele gehen auch aus Aberglauben erst einmal zum örtlichen Wahrsager, bevor sie etwas unternehmen oder kaufen einige pflanzliche Medikamente, die ebenfalls billiger sind als die chemischen aus der Wunderküche der internationalen Pharmazie.

Diejenigen Patienten, welche sogenannte Vorerkrankungen haben und ständig ärztliche Überwachung und Medikamente benötigen, haben es normalerweise schwer, eine Absicherung über eine private Krankenversicherung zu bekommen und wenn, dann sind diese Policen entweder sehr teuer oder sie schliessen von vornherein ebendiese Erkrankungen aus. Dies lässt sich dadurch lösen, dass man eine Police abschliesst nur für stationäre Behandlungen und somit alle ambulanten Untersuchungen, Medikamente etc. aus der eigenen Tasche bezahlen muss. Grundsätzlich gilt: deutsche und europäische Versicherer sind in der Regel sehr nachsichtig, während britische und amerikanische Gesellschaften ausserordentlich misstrauisch sind und vor Vertragsabschluss auf jeden Fall eine Gesundheitsprüfung verlangen und bei Vorliegen von “pre-existing conditions” diese Vorerkrankungen von vornherein vom Vertrag ausschliessen. Konkrete Namen können wir hier aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht nennen, wie auch ein Krankenhaus offiziell keine Beratung geben darf zur Auswahl der ein oder anderen Versicherung.

Wir hoffen, mit diesen Berichten und Hinweisen unseren Lesern einige erste wichtige Hinweise gegeben zu haben; Fortsetzung folgt!

Straßenverkehr in Thailand – das tägliche Blutbad

Blutige Verkehrsunfälle und fehlender Versicherungsschutz von Ausländern –

Praxisbericht eines langjährigen Krankenhausmitarbeiters in mehreren Folgen.

Gastbeitrag von Manfred Kluge. Bei unserem letzten Gespräch, mit dem jetzt in Ruhestand gegangenen deutschen Honorarkonsul Hagen Dirksen sagte dieser uns, die Situation der Opfer von Verkehrsunfällen und deren Angehörigen sei dasjenige Thema, was ihn in seiner Zeit als Konsul am meisten bedrückt habe. Jemanden in Deutschland zu nachtschlafender Zeit anzurufen und den Eltern mitzuteilen, dass ihr 18-jähriger Sohn soeben bei einem Motorradunfall ums Leben gekommen sei, habe mit zu seinen schwersten Aufgaben gehört. Wer sich allerdings über die Problematik der astronomisch hohen Zahl von Verkehrsunfällen zu deutlich äussert, macht sich schnell unbeliebt, denn Knochenbrüche und Todesfälle stören das harmonische Bild vom Urlaubs- und Rentnerparadies Thailand. Gerade deshalb ist es jedoch wichtig – manchmal geradezu überlebenswichtig – , dieses Blut- und Tränenthema anzusprechen und auch den häufig fehlenden Versicherungsschutz zu erwähnen, denn einen Unfall zu erleiden oder eine schwere Krankheit und dann möglicherweise noch ohne Versicherungsschutz dazustehen, ist sozusagen ein doppeltes Unglück für die Betroffenen.

Die meisten von uns wissen, dass Thailand zu den Ländern mit den meisten Verkehrsunfällen und auch den häufigsten Todesfällen gehört, wobei 85% davon auf Motorradunfälle zurückzuführen sind. Die hier ansässigen Ausländer und am allerwenigsten die Touristen machen sich allerdings klar, dass sie zu einer besonderen Risikogruppe gehören, bei denen die Gefahr eines Verkehrsunfalls nochmals weit über dem von Thailändern liegt. Kaum sind sie aus dem Flieger ausgestiegen und im Hotel angekommen, führt ihr Weg zum nächsten Motorradverleih, man unterschreibt schnell einen Vertrag über 14 Tage, hinterlegt eine Sicherheitsleistung, und kann dann z.B. mit einer Honda Click, dem häufigsten 125cc Scooter-Modell, losbrausen. Fragen des Verleihers nach dem internationalen Führerschein, der in Thailand vorgeschrieben ist? Meist Fehlanzeige. Die meisten Verleiher wollen sich ihr Geschäft nicht verderben lassen, überflüssige Fragen werden nicht gestellt, auch nicht nach einer evtl. vorhandenen Fahrpraxis auf einem Zweirad.

Thailand – das ist jedoch nicht Europa, der Zustand der Strassen ist nicht derselbe, vor allem, wenn es geregnet hat, die Fahrgewohnheiten der Thais sind, milde gesagt, höchst gewöhnungsbedürftig, und so kommt es denn, dass die unvorsichtige 22-jährige deutsche oder französische Touristin (kein Schreibfehler, denn viele Verkehrsopfer sind junge Frauen) sich ein Motorrad ausleihen, dann am zweiten Tag ihres Urlaubs auf der Nase liegen, von umstehenden Thais umsorgt solange, bis die Ambulanz kommt. Der Krankenwagen kommt dann meist auch sehr schnell und bringt die Opfer in eines der besseren, privaten Krankenhäuser, wo man zumindest Englisch spricht. Nach der medizinischen Erstversorgung kommt dann meist die Frage nach der Krankenversicherung, die bei dieser Klientel auch in der Regel vorhanden ist, denn mit dem Flugticket wird meist auch eine Versicherungspolice mit abgeschlossen, in Zeiten von COVID ohnehin.

Der absolute Rekord war ein 19-jähriger Deutscher, der gerade über Bangkok nach Chiang Mai geflogen war, sich sofort ein Motorrad lieh und bereits an seinem zweiten Urlaubstag einen Unfall baute. Dumm gelaufen, könnte man sagen: Beinoperation, 8 Tage Krankenhausaufenthalt, Urlaub zu Ende, Flugticket umbuchen, Heimflug antreten mit einem bandagierten Unterschenkel und Knie, einem Arm in der Schlinge oder auch mit einem Stützkorsett für die angeknackste Wirbelsäule. ‘Dumm gelaufen’ im wahrsten Sinne des Wortes, denn als leiderfahrener Krankenhausmitarbeiter fragt man sich ja jedes Mal: Wie ist es eigentlich möglich, dass relativ gebildete junge Europäer, mit allen Informationsmöglichkeiten über das Internet und die sozialen Netzwerke, dennoch das Risiko eingehen und das gefährlichste aller vorhandenen Transportmittel auswählen, wo es doch ein reiches Angebot von Tuktuks, roten Sammeltaxis oder auch Grab-Taxis gibt, die einen für wenig Geld an fast jeden Ort bringen? Ein psychologisches Rätsel, das dringend einer Aufklärung bedürfte. Wenn man die Leute dann befragt, hört man meistens Äusserungen wie “Wir wollten zum Wat Doi Suthep hochfahren, aber dann war da bei der Rückfahrt eine Kurve mit einem Schlagloch”, oder “die Strasse war nach dem Regen etwas rutschig” (Pardon, aber das gehört zu den physikalischen Wetterumständen), “der Thai-Autofahrer hat uns einfach nicht gesehen” (was durchaus sein kann, denn viele ältere thailändische Fahrer, vor allem von halbverrotteten Pick-ups, sind leider halbblind, haben keinen Führerschein und eine stark verminderte Reaktionsfähigkeit). Und dann natürlich die absolute Unfall- und Todesstrecke von Chiang Mai nach Pai, die man mit einem Zweirad eigentlich überhaupt nicht befahren sollte, denn die Fahrt dauert mehr als drei Stunden, ist sehr kurvenreich und auch geübte Autofahrer müssen dort höllisch aufpassen. Jede halbe Stunde fährt ein Bus nach Pai vom Chang-Phueak Busterminal aus, für ein paar Baht, also warum sich diesem Risiko aussetzen?

Warum also? Ein grosses Thema für ein Seminar in Psychologie. Eine mögliche Antwort kann darin liegen, dass vor allem junge Leute ohne grosse Lebenserfahrung ein sehr vermindertes Risiko- und Gefahrenbewusstsein haben. Die Generation der Smartphone- und Tablet-Abhängigen –man kann dies sehr wohl als pathologisches Phänomen ansehen, also als potentiell krankhaft – weiss einfach nicht, wie es ist, wenn ein 60-90 kg schwerer Körper mit seiner vollen kinetischen Energie auf eine harte Asphaltoberfläche knallt. Man ist halt daran gewohnt, dass man schlechte Fotos nachbearbeiten oder wegklicken kann und virtuelle Touren unternehmen, aber jeder, der jemals breite Schürfwunden am Arm oder am Unterschenkel hatte oder auch eine Knieverletzung, der weiss erst, was wirkliche Schmerzen sind. Man muss eben erst einmal wirklich “vom Pferd geworfen” werden oder von einem Elefantenfuss mit einer Wucht von einer Tonne am Brustkorb getroffen worden sein (in den Elefantenparks z.B. in der Provinz Chiang Mai ist dies Alltag, wird aber gerne verschwiegen), um zu verstehen, dass die reale Welt einen manchmal sehr radikal in die Wirklichkeit zurückversetzt, abseits aller veganer Gutmenschenentwürfe, die gerade in den Köpfen der jüngeren Generation herumspuken. In diesen paradoxen Zusammenhang gehört aber auch die nonchalante Missachtung von Gesetzen und Regeln des Landes, in welchem man sich gerade als Gast aufhält. Egal ob nun auf Phuket, in Pattaya oder Chiang Mai, überall sind es vielfach westliche Ausländer, die penetrant keine Masken tragen auf der Strasse oder in Einkaufszentren. Die sehr oft keinen Schutzhelm tragen beim Motorradfahren oder die mit einem schmutzigen, viel zu kleinen T-Shirt meinen, in ein hiesiges Krankenhaus oder Einkaufszentrum gehen und dies offenbar als besonderes Zeichen ihrer Individualität sehen.
Diese Missachtung elementarer ästhetischer und moralischer Verhaltensregeln ist offenbar das neue ‘New normal’: man möchte alle Rechte haben, aber keine Pflichten, und wertet diesen Widerspruch als besonderen Ausdruck individueller Freiheit nach dem Motto “I don’t care”.
Aber genug davon, im zweiten Teil wenden wir uns dann dem Thema “Residenten in Thailand” zu.